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ANTIQUARIAT
REPRINT
Dr. Ing. Max Mayer
Esslinger
Lokomotiven, Wagen und Bergbahnen
In ihrer geschichtlichen Entwicklung seit dem Jahre 1846
1924; 245 Seiten, viele Abbildungen und Zeichnungen, Format 21 x 30 cm; Broschur
Zustand B
DER LOKOMOTIVBAU IN DER MASCHINENFABRIK ESSLINGEN
Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der deutschen Lokomotive
In den 75 Jahren, die seit der Gründung der Maschinenfabrik Eßlingen verflossen sind, hat sich ein beachtenswerter Teil der deutschen
Lokomotivgeschichte abgespielt, der einer eingehenden Würdigung wohl wert erscheint, um so mehr als Emil Keßler als einer der ersten
führenden Lokomotivbauer sehr frühzeitig mit seltenem Scharfblick die Befreiung des deutschen Lokomotivbaus von fremden Vorbildern in die
Wege geleitet und mit den Grund zur deutschen Lokomotivform gelegt hat.
Wir wissen, daß die Lokomotivtypen aller Länder, von einigen
amerikanischen Abnormitäten abgesehen, in ihrem Aufbau und ihren Leistungen fast vollkommen gleich sind, und daß sich trotzdem die Typen
der einzelnen Erzeugungsländer so voneinander unterscheiden, daß man von amerikanischen, englischen, österreichischen, deutschen Typen
sprechen kann. In den einzelnen Zeitabschnitten der Lokomotivgeschichte prägt sich sogar die Eigenart der erzeugenden Fabrik deutlich in
dem Gesamtbild ihrer Lokomotiven aus, woraus sich die Gepflogenheit erklärt, die einzelnen Lokomotivbauarten kurzweg nach der erzeugenden
Firma zu benennen.
Den hervorragenden Ruf, den sich die Keßlersche und Eßlinger Bauart in kurzer Zeit in aller Welt erobert hat, verdankt sie dem
selbständigen Schaffen und der seltenen konstruktiven Begabung Keßlers. Es ist eine merkwürdige Erscheinung, daß gewisse
Konstruktionseigenarten, die äußerlich für sich betrachtet, unbedeutend sind und sich von allgemeinen Ausführungen wenig unterscheiden, in
ihrem Zusammenhang mit der Lokomotive dieser ihren besonderen Charakter verleihen. Die Ursache dieser Erscheinung liegt wohl in der
Sorgfalt, mit der jeder Einzelteil durchdacht ist, und in der Zweckmäßigkeit, mit der er sich dem Ganzen einfügt. Die Beliebtheit der
Eßlinger Lokomotivbauart ist die Folge der weitergepflegten Keßlerschen Tradition, mit den einfachsten Mitteln der Vollkommenheit
möglichst nahezurücken.
Auf das neuere Material mußte eingegangen werden, um die Fortentwicklung des alten zu zeigen. Auf ausführliche Beschreibungen konnte
dabei verzichtet werden, weil hierüber genügend Literatur vorhanden ist.
Zahnradbahnen und Seilbahnen sind Besonderheiten in der Eßlinger Fabrikation, die sich aus den engen Beziehungen der Firma zu ihren
Erfindern heraus entwickelt haben und deshalb nicht unerwähnt bleiben können.
Der Wagenbau bildet eine Ergänzung zu der württembergischen Lokomotivgeschichte und konnte nicht umgangen werden, weil seine Geschichte in
Württemberg ebenso eigenartig ist wie die Lokomotivgeschichte.
Da Abbildungen in geeigneter Zusammenstellung für den in historische Entwicklungen Eingeweihten eine deutlichere Sprache reden als alle
Niederschriften, wurde keine Mühe gescheut, diese Entwicklungsgeschichte bildlich und tabellarisch möglichst vollständig
zu gestalten.