Beschreibung
Ludger Kenning / Wolfgang Löckel
Mosbach - Mudau
Mit der Schmalspurbahn in den Odenwald
2018; 360 Seiten, 193 Farb- und 257 SW-Abbildungen, 20 Tabellen, 84 Skizzen, mit DVD (55 Min.) Format 25 x 21 cm; gebunden
Der Nebenbahnbetrieb war von Anfang an ein Überlebenskampf am Rande des Existenzminimums. Auch die beträchtlichen Investitionen der 20er Jahre, wie z.B. die Einführung des Rollwagenbetriebs oder der Umbau des Bremssystems, brachten keine durchgreifende Abhilfe – immer wieder mußte der Staat die Fehlbeträge auffangen. Schließlich übernahm die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft am 1. Mai 1931 das „Sorgenkind“, die Mosbach-Mudauer Bahn. Von Kriegszerstörungen ziemlich verschont, bewältigte das „Bähnle“ nach 1945 einen enormen Hamsterverkehr, jedoch in der Zeit des nach der Währungsreform aufblühenden Wirtschaftswunders nahm der Straßenverkehr unaufhaltsam zu und entzog der Bahn immer mehr Fahrgäste und Frachten, so daß die Deutsche Bundesbahn den Fahrplan stetig ausdünnte. Der Bahnbetrieb samt Fahrzeugpark war längst nicht mehr zeitgemäß, doch gab das Land Baden-Württemberg dem „Bähnle“ zu Beginn der 60er Jahre eine letzte Chance und förderte den Kauf von zwei Drehgestell-Diesellokomotiven und fünf vierachsigen Großraumpersonenwagen sowie die Verbesserung des Oberbaus und einiger Bahnübergangssicherungsanlagen. Zugleich kürzte die Deutsche Bundesbahn das Fahrplanangebot allerdings dermaßen drastisch, daß der Niedergang der Schmalspurbahn unaufhaltsam war. Entgegen jeglichen lautstarken Protesten mußten sich sowohl die Anwohner als auch zahlreiche, von weither angereiste Eisenbahnfreunde am 2. Juni 1973 von ihrem „Odenwaldexpreß“ verabschieden.
Dieses reichhaltig illustrierte Buch setzt der Nebenbahn ein würdiges Denkmal. Anhand umfangreicher Recherchen werden die verzwickte Entstehungsgeschichte, die schwierigen Betriebsjahre, die nebenbahntypischen Lokomotiven, Wagen und Stationen und gleichsam die Verbundenheit der Schmalspurbahn mit der Bevölkerung beschrieben. Alte Dokumente und zahlreiche prächtige, großteils bislang noch nie veröffentlichte, aufwendig aufbereitete historische Fotos machen das opulente Werk zur Augenweide für den passionierten Schmalspurfreund. Einen lebendigen Rückblick bietet schließlich die beigefügte, knapp einstündige DVD mit erlebenswerten Filmszenen aus der Dampflokzeit des auch heute noch unvergessenen „Bähnle“.
Alles einsteigen bitte!