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ANTIQUARIAT
Pascal Dumont / José Banaudo
Les locomotives diesel mixtes BB-63000/63500 et leurs dérivés
Die Mehrzweck-Diesellokomotiven der Baureihen BB 63000/63500 und deren Ableitungen
1998; 392 Seiten, viele Abbildungen, Format 17 x 24,5 cm; gebunden
Text französisch
Zustand B
VORWORT
In der unmittelbaren Nachkriegszeit beschloss die SNCF, den Einsatz der Dieseltraktion auszuweiten und sie für gemischte Aufgaben zu nutzen, wie etwa die Überführung von Güterzügen zwischen Rangierbahnhöfen, die Bedienung von Industriegleisanschlüssen, den Ablaufbetrieb an Rangierhügeln sowie allgemeine Rangierarbeiten. Diese Initiative führte zur Indienststellung von einhundert in den USA gebauten Baldwin-Lokomotiven der Baureihe 040-DA sowie achtundvierzig Stangenlokomotiven der Baureihe 030-DA. Allerdings waren diese beiden Baureihen (später als A1A-A1A-62000 und C-61000 bezeichnet) – die zur Deckung des dringenden Nachkriegsbedarfs beschafft worden waren – für den regulären Streckendienst wenig geeignet: die erstgenannte aufgrund ihres hohen Gewichts, die zweitgenannte wegen einer Achsanordnung, die die Geschwindigkeit begrenzte.
Auf der Grundlage der mit diesen robusten Maschinen sowie mit PLM-Prototypen aus der Vorkriegszeit gesammelten Erfahrungen beschlossen die Verantwortlichen der Abteilung für Triebfahrzeuge und Traktion rasch, das Einsatzspektrum der Dieseltraktion durch die Entwicklung eines neuen Lokomotivtyps zu erweitern. Die neue Maschine sollte bei moderater Achslast genügend Leistung erbringen, um ein breites Aufgabenspektrum auf möglichst vielen Strecken abdecken zu können. Die Konstruktion dieser „Universallokomotive“ erfolgte in Zusammenarbeit zwischen der SNCF und dem Unternehmen Brissonneau & Lotz, das bereits über umfassende Erfahrung in der dieselelektrischen Traktion verfügte – Fachwissen, das schon in den 1930er Jahren auf verschiedenen Neben- und Kolonialbahnnetzen erworben worden war.
Als Ende 1950 der Fertigungsauftrag für die ersten Lokomotiven der Baureihe 040-DE (später BB-63000/63500) unterzeichnet wurde – ohne den Zwischenschritt des Prototypenbaus –, ahnten die Konstrukteure wohl kaum, welchen Erfolg diese Maschinen erzielen würden. Im Laufe von fast einem Vierteljahrhundert liefen 1.290 Einheiten vom Band – von der SNCF-Lokomotive 040-DE-1 im Februar 1953 bis zur jugoslawischen 643-051 im Jahr 1977. Dabei wurden zahlreiche Motorvarianten erprobt, die auf zwei Grundkonzepten basierten: dem Sulzer-Reihensechszylinder und dem MGO-V12-Motor. Die Motorleistung reichte von 600 bis 1.200 PS, wobei die 825-PS-Variante am häufigsten gewählt wurde.
Hauptbetreiberin dieser Baureihe war naturgemäß die SNCF mit einer Flotte von 853 Einheiten – was fast genau zwei Dritteln der Gesamtproduktion entsprach. Abgesehen von einigen Modellen aus der Dampflok-Ära stellt die 040-DE die größte Serie von Lokomotiven der „modernen Traktion“ (Diesel und Elektro) dar, die jemals an das nationale Streckennetz geliefert wurde. Auch andere französische Bahnbetriebe – seien es Nebenstrecken oder Werkbahnen – setzten diese Maschine als Arbeitspferd ein. Ihre vertraute Silhouette war bald nicht nur auf europäischen Schienennetzen (Luxemburg, Spanien, Portugal, Jugoslawien, Belgien und Schweiz) ein gewohnter Anblick, sondern auch in entlegeneren Regionen wie Kuba, Chile, Mauretanien und Gabun.
Während die ältesten Exemplare ihr 45. Betriebsjahr erreichen, haben die dieselelektrischen BB-Lokomotiven von Brissonneau & Lotz die Vision ihrer Konstrukteure vollauf erfüllt: eine einfache, robuste und wartungsarme Maschine zu schaffen, die für unterschiedlichste Aufgaben geeignet ist. Dank dieser Eigenschaften konnten einige Einheiten eine Einsatzdauer von mehr als einem halben Jahrhundert erreichen und ihre Laufbahn bis weit ins 21. Jahrhundert fortsetzen.