Beschreibung
Tomáš Provazník
Kamenická strojovka 1980-1997
Kamenický-Umlauf
2025; 208 Seiten, 346 Abbildungen, 1 Beilage, Format 21 x 30 cm; gebunden
Text tschechisch
Schnelligkeit, Effizienz und Flexibilität – diese drei Begriffe beschreiben wohl am besten die Lokführer-Dienststelle in Česká Kamenice,
die dem Heimat-Betriebswerk in Česká Lípa untersteht. Auch wenn es vielen wie gestern vorkommt, ist es bereits mehr als vierzig Jahre her,
dass die Fensterscheiben des ehemaligen Heizhauses erstmals durch den in Lizenz gefertigten Pielstick-Verbrennungsmotor der Lokomotive T
466.0223 – die am 1. September 1980 hier eintraf – zum Vibrieren gebracht wurden.
Seitdem wuchs der lokale Lokomotivbestand schrittweise an, bis er sich bei vier „Brejlovci“-Lokomotiven der Baureihe T 478.3 einpendelte,
die von den Männern vor Ort liebevoll gepflegt wurden.
Die Publikation ist in sechs Kapitel unterteilt, die sich auf die Zeit vor und nach der politischen Wende verteilen. Wie die Lokführer
selbst bestätigen, erlebten sie bis zum November 1989 – einer Zeit, in der in Česká Kamenice eine Renaissance der Eisenbahn herrschte –
ihre besten Jahre auf der Strecke. Ihr Einsatzgebiet erstreckte sich von Bakov nad Jizerou bis in das 118 Kilometer entfernte Bohušovice
nad Ohří; dort beförderten sie komplette Kieszüge, die sogenannten „Maršky“. Obwohl der „Kamenický-Umlauf“ rein dem Güterverkehr diente,
sah man diese Loks auch vor Personenzügen; denn die echten Kamenický-Maschinen sprangen bereitwillig ein, wenn andere Lokomotiven auf den
gemeinsam bedienten Streckenabschnitten ausfielen oder versagten. Es sind sogar Fälle bekannt, in denen sie vor den prestigeträchtigsten
internationalen Schnellzügen, wie etwa dem R 1474 „Saxonia“, eingesetzt wurden. Diese Reihung umfasste auch
Autotransportwagen und erreichte mit seinen siebzehn Wagen eine Länge von über vierhundert Metern.