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ANTIQUARIAT
Jahrbuch für Eisenbahngeschichte, Band 36/2004
2004; 104 Seiten, 90 Abbildungen, Format 21 x 30 cm; kartoniert
Zustand A
Aus dem Inhalt:
Aus der Geschichte der Main-Neckar-Bahn
Zu den ältesten großen Nord-Süd-Linien in Deutschland zählt die
Main-Neckar-Bahn von Frankfurt nach Mannheim. Topographisch standen dem Bau dieser Bahn nur geringe Hindernisse entgegen, als schwierig
erwies sich aber die angemessene Bedienung der beiden Zentren Heidelberg und Mannheim, woraus der Friedrichsfelder Kompromiss resultierte.
Die gefundene Rege-lung gilt vielen als Inbegriff eines Kompromisses von zweifelhaftem Wert. Der Autor lässt deutlich werden, dass es sich
unter den zum Zeitpunkt des Zustandekommens gegebenen Bedingungen um eine durchaus nachvollzieh-bare Entscheidung handelte. Die
Main-Neckar-Bahn hat die beim Bau in sie gesetzten Erwartungen erfüllt und gehört unverändert zu den bedeutendsten deutschen Strecken.
Freilich ist von den anfangs vorhandenen Anlagen wenig geblieben, gerade in den Knoten bedurfte es umfangreicher Ausbauten, die im Aufsatz
näher behandelt werden.
Müngstener Brücke - Umland, Vorgeschichte, Bau und Rettung
Brückenbauten faszinieren und bei der Müngstener Brücke handelt es sich um eine der beeindruckendsten Eisenbahnbrücken
überhaupt. Karl Friedrich Wal-brach, selbst Techniker mit jahrzehntelanger Bauerfahrung, zeichnet ein detailliertes Bild von
Voraussetzungen, Konstruktion und Werden einer der größten deutschen Eisenbahnbrücken. Detailliert werden regionalwirtschaft-liche
Hintergründe einerseits und technische Rahmenbedingungen anderer-seits dargelegt, so dass ein nuancenreiches Bild entsteht.
Überraschender-weise überstand die Brücke den Zweiten Weltkrieg fast ohne Schäden. Dass dies neben Zufällen auch engagiertem Handeln zu
verdanken ist, beleuchtet eine Auswahl von Quellen über die Rettung dieses Bauwerkes vor der schon beschlossenen Sprengung im April 1945.
Eisenbahngeschichtliche Forschung in Großbritanien, Frankreich und Spanien
Eisenbahnhistorische Forschung fristet in Deutschland eher ein Schatten-dasein, zieht nur allzu leicht den Kürzeren im Wettbewerb um
Mittel und steht unverändert vielfach im Verdacht nostalgischer Vergangenheitsbewältigung. Benno Bickel, vielen bekannt als Mitverfasser
eines hervorragenden Buches über die Hedschas-Bahn, zeigt, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Eisenbahngeschichte sich
keineswegs zwangsläufig in einer derart schwachen Position befinden muss und illustriert dies gleich an drei Beispie-len, nämlich in
England, Frankreich und Spanien sämtlich Länder, in deren Verkehrspolitik die Schiene als Verkehrsträger bekanntermaßen eine eher
untergeordnete Rolle spielt. Der Aufsatz regt nicht nur deshalb sehr zum Nachdenken an.
Main-Weser-Bahn 1866 - 1880
Zu Beginn des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts entwuchs die Eisenbahn endgültig den Kinderschuhen. Die Anfänge zahlreicher bis
in
die Gegenwart anzutreffender Techniken und Betriebsabläufe sind in jene Zeit zu datieren. Am Beispiel einer bis heute hochrangigen
Hauptstrecke, der Main-Weser-Bahn von Kassel über Gießen nach Frankfurt am Main, werden grundlegende Wandlungen in Verkehr, Betrieb und
Anlagen während der knapp anderthalb Jahrzehnte von 1866 bis 1880 umrissen, und zwar auf der Grundlage bisher wenig beachteten
Quellenmaterials.