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ANTIQUARIAT
Jahrbuch für Eisenbahngeschichte Band 34/2002
2002; 128 Seiten, viele Abbildungen, Format 21 x 30 cm; kartoniert
Zustand A
Aus dem Inhalt:
Die Mannheim-Ludwigshafener Straßenbahn
Am Beispiel eines großstädtischen Straßenbahnbetriebes zeigt Volker Gierth, welch zahlreicher Einzelschritte es bedurfte, um technisch stets mithalten zu können, wie groß und wie vielfältig der Fortschritt beim Rollmaterial der Straßenbahnen in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen ist. In der detailreichen Arbeit, die auf umfangreicher Quellenrecherche basiert, räumt der Autor mit lieb gewordenen, aber eben keineswegs zutreffenden Legenden auf sel es hinsichtlich der Langlebigkeit der alten Fahrzeuge, sei es bezüglich des Arbeitsverhaltens der Mitarbeiter.
Fernreisezugverkehr in Schweden seit 1950
Die Bedienung im Fernreisezugverkehr unterlag in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in den meisten europäischen Ländern grundlegenden Veränderungen. Am Beispiel des recht einfach aufgebauten Fernstreckennetzes von Schweden zeichnet der Fahrplanspezialist Wilfried Biedenkopf ein facettenreiches Bild der Wandlungen weg vom schweren Schnellzug mit einer Vielzahl von Kurswagengruppen hin zum Taktverkehr mit schnellen und leichten Einheiten bei steigendem Triebzuganteil. Unübersehbar ist auch in Schweden der Trend zur Kontraktion des Fernreisezugnetzes.
Dampflokomotiven auf der Peleponnes in Griechenland
Zu den größten europäischen Schmalspursystemen gehörten die Eisenbahnen auf der Peloponnes im Süden Griechenlands. Beachtlich war die Typenvielfalt unter den dort eingesetzten Dampflokomotiven, wobei traditionell die Firma Krauss aus München einen bedeutenden Anteil inne hatte. Joachim Soyez und Gerhard Grote umreißen die Entwicklung des Dampflokbestandes in dieser reizvollen Landschaft und führen damit zugleich in die Schätze des Eisenbahnmuseums in der Hafenstadt Kalamata im Südosten der Peloponnes ein.
Der Schöpfer der Müngstener Brücke
Den Blick auf die Konstrukteure, die Männer, welche die häufig landschaftsprägenden Bahnbauten konzipierten, lenkt der Beitrag von Karl Fried-rich Walbrach, und zwar am Beispiel Anton von Rieppels, dem Schöpfer der Müngstener Brücke. Deutlich wird am Lebenslauf dieses Ingenieurs, welch hohe Dynamik die technische Entwicklung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert prägte, wie wenig diese Epoche von einer geruhsamen guten alten Zeit an sich hatte. Deutlich wird auch, in welch großem Maße erfolgreiches Wirken als Techniker zusätzlich unternehmerische Fähigkeiten erforderte.
Die Deutsche Reichsbahn und ihre jüdischen Eisenbahner
Auf ein besonders bedrückendes, bislang kaum aufgearbeitetes Kapitel der Eisenbahngeschichte macht Alfred Gottwaldt aufmerksam: Das Schicksal der jüdischen Eisenbahner im 3. Reich, die oft genug von ihren ehemaligen Berufskollegen in den Tod befördert wurden.
Die Ruhr-Lippe-Kleinbahn - Dieselloks, Triebwagen, Wagen, Bauten und Betrieb
Günter Krause rundet das Bild der Ruhr-Lippe-Kleinbahn in einem zweiten Teil ab und stellt nun neben den Diesellokomotiven, den Triebwagen und den Wagen zahlreiche Bauten, aber auch die Formen der Verkehrsabwicklung dieses einst großen Bahnunternehmens vor. Der mit zahlreichen bisher unveröffentlichter Aufnahmen ausgestattete Beitrag lässt erkennen, wie schwerwiegend und unter Umständen fatal einmal gefällte Grundsatzentscheidungen bel Verkehrsinvestitionen sind die Wahl der Schmalspur, die später nur teilweise nachträglich zugunsten der Vollspur korrigiert werden konnte, sollte sich als Fehler erweisen, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass Strecken auch dort stillgelegt wurden, wo heute durchaus die Grundlagen für modernen schienengebundenen Nahverkehr vorliegen.