Beschreibung
Steffen Kluttig
Entlang der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn
Von Leipzig nach Hof
2023; 280 Seiten, 198 s/w und 411 Farbabbildungen, 6 Fahrkarten, 8 Fahrpläne, Format 28,5 x 22,5 cm; gebunden
SÄCHSISCH-BAYERISCHE EISENBAHN
In dieser Publikation wird erstmals die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn mit ihren Zweigbahnen in reich bebilderter Form vorgestellt. Dazu gibt es kurze geschichtliche Erläuterungen zu den Stationen dieser Linie. Viele bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus privaten Archiven machen diesen Band zu einem einmaligen Fundus.
Nachdem bereits über die meisten sächsischen Eisenbahnstrecken Publikationen vorliegen, war das von der Strecke Leipzig - Hof bisher noch nicht der Fall. Der aktuelle Band möchte nun diese Lückeschließen. Dazu konnte auch umfangreiches historisches Bildmaterial aus verschiedenen Archiven geborgen und in das Buch eingearbeitet werden. Ebenso flossen bisher unbekannte Erkenntnisse in das jetzt aktuell vorliegende Buch ein.
In einer Rekordzeit von nur 13 Monaten wurde der Streckenabschnitt Leipzig - Altenburg fertiggestellt. Die Weiterführung dieser Linie über Werdau - Plauen nach Hof stellte die Bauarbeiter vor enorme Schwierigkeiten. Schließlich galt es, die großen Täler der Göltzsch und Elster zu überwinden. Auch die aufwändige Streckenführung zwischen Reichenbach und Hof sowie der zweigleisige Streckenbau ließen das Kapital der Gesellschaft schwinden. Dies führte am 1. April 1847 zum Kauf der im Bau befindlichen Strecke durch das Königreich Sachsen. Nach Fertigstellung der beiden großen Brücken konnte der Verkehr zwischen Leipzig und Hof am 15. Juli 1851 aufgenommen werden. In der Folgezeit entwickelte sich die Strecke zu einer der wichtigsten Nord-Süd-Transversalen Deutschlands. Infolge der deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Strecke erheblich an Bedeutung. Für die Industrie in der DDR war der Transport von Bodenschätzen im Binnenverkehr enorm wichtig, so dass in den 1970er Jahren das zweite Streckengleis wieder aufgebaut werden musste und die Elektrifizierung zwischen Leipzig und Reichenbach erfolgte. Im Oktober 1989 gelangte die Strecke ins Blickfeld der Öffentlichkeit, als die Berichterstattung über die Züge mit den ausreise willigen DDR-Bürgern aus der Deutschen Botschaft in Prag nach Hof gefahren wurden. Durch die deutsche Wiedervereinigung erhielt die Strecke Leipzig - Hof wieder die ihr zugedachte Bedeutung. Die Anzahl der Reisezüge stieg auf das Niveau der Vorkriegszeit. Nach dem Ausbau der Fernverkehrsverbindungen über Erfurt verlor die Strecke ab 2005 an Bedeutung für den Fernverkehr, die IC-Züge und ICE wurden eingestellt. Als hinderlich erweist sich bis heute die fehlende Fahrleitung zwischen Hof und Regensburg, so dass die Auslastung der Strecke heute weit unter ihrem Potenzial liegt.