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ANTIQUARIAT
Hellmut Radßat
Dampflokzeit in Osnabrück
Bildarchiv fotografischer Aufnahmen
2002; 285 Seiten, 285 Abbildungen; Format 16 x 16,8 cm; kartoniert
Zustand A
Am Mittwoch, dem 21.November 1855 begann für Osnabrück das Eisenbahnzeitalter.
Die Strecke von Löhne nach Osnabrück wurde in Betrieb genommen. Im «Hannoverschen» Bahnhof an der Karlstraße stand der erste Zug:
Girlanden, wohlgesetzte löbliche Festreden, ein Volksfest! Kein Künstler hat dieses Ereignis bildlich festgehalten. In keinem Bericht
erscheint etwas über den Namen und beruflichen Werdegang des Lokomotivführers.
Auch über die folgende Zeit findet man wenig Schriftliches von der Eisenbahn in Osnabrück, da betriebliche Angelegenheiten vertraulich
behandelt oder als geheim eingestuft wurden. Militärische Aspekte und Konkurrenzdenken sind ein Grund für diese Verhaltensweise.
Von Beginn an war der Betriebsdienst bei der Eisenbahn durch straffe Disziplin geprägt. So wurde ein sicherer und pünktlicher
Betriebsablauf gewährleistet. Immer mehr Männer aus Osnabrück und der Umgebung fanden Arbeit bei der «Eisenbahn» und «machten Dienst» .
Die Berufsgruppe «Eisenbahner» etablierte sich.
Durch Fortschritte in der Betriebsführung, Lokomotiv- und Fahrzeugtechnik wurde die
«Dampf» - Eisenbahn immer leistungsfähiger. Diese positive Entwicklung dauerte trotz zweier Weltkriege bis zum Ende der Dampflokzeit an. In der Nachkriegszeit fuhr die Eisenbahn - wenn auch oft mit mangelhaften Fahrzeugen - bald wieder nach Fahrplan. Mehr als 10 Jahre
dauerte es, bis alle Gebäudeschäden beseitigt und die letzten Behelfsbrücken durch Neubauten ersetzt waren. Die Hauptverwaltung der
Bundesbahn vergab Bauaufträge für neue Dampflokomotiven. Davon wurde nur die Baureihe 23 noch in größerer Stückzahl ausgeliefert. Von
dieser Baureihe waren 12 Lokomotiven im BW Osnabrück Rbf beheimatet.
Eine Anzahl von Lokomotiven der Baureihe 50 wurden durch einem aufwendigen Umbau nach einem italienischen Patent zur «Franco-Crosti-Lok».
Der Abdampf und die Rauchgase erwärmten hierbei nachhaltig das Kesselspeisewasser und es ergab sich eine Kohleneinsparung bis zu 20%. Noch
um 1965 wurde im Dienstunterricht über die Heiztechnik, also die sachgerechte Feuerbedienung während der Fahrt diskutiert.
Allen Bemühungen und Erfolgen zum Trotz rückte das Ende der Dampflokzeit immer näher.
Die Jahre enteilen - wie schnell wird vergessen,
was einmal normaler Alltag von Menschen im Raum Osnabrück war. Wie dort gearbeitet wurde, wie die fahrenden Kraftwerke das Leben
dieser Menschen berührt haben. Das soll der Bildband zeigen. Gleichzeitig wird mit der Entstehung der Eisenbahnverbindungen eine wichtige
Phase der Industialisierung im Osnabrück Stadtbild dokumentarisch festgehalten.
Aber auch die Schönheit der «Dampfkolosse» im Stadtbild, im Bahnhof und auf freier Strecke können die Osnabrücker Liebhaber der guten
alten Dampfeisenbahn in diesem Bildband betrachten. Kurze Erklärungen, technische-, Orts- und Personenangaben ergänzen die Photos.
Osnabrück, im März 2002