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Stalowe Dinozaury - Dampf in Polen 1984 - 1992

Bräuer, Oliver

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Oliver Bräuer
Stalowe Dinozaury - Dampf in Polen 1984 - 1992
Reihe: Unterwegs nach Europa, Band 3
2014; 144 Seiten, ca 200 Abbildungen, Format 25,5 x 20,5 cm; gebunden
 
Es war einmal ein Land, das hieß „Deutsche Demokratische Republik“. Darinnen gab’s ein Städtchen, das hieß Forst. Forst war ein bißchen anders. Die meisten Straßen, die herausführten, gingen in Richtung Westen. Im Osten, an der Neiße, da war eine Grenze.Diese Grenze war geschlossen. Ab dem 13. Dezember 1980, jenem Tag, an dem General Wojciech Jaruzelski, dunkel bebrillt, vor die Fernsehkameras trat, um der Welt und dem polnischen Volk zu erklären, daß das polnische Volk von nun an vor sich selbst geschützt werden müsse.
Herbst in Polen. Herbst in Forst. Der 5. Oktober 1984. Ein düsterer Morgen. Schwarzweißwetter haben wir das damals genannt. Es kursierten Gerüchte, die PKP, die polskie koleje panstwowe, fahren mit Dampf über diese Grenze.Es gab keine Fotos, nur Geschichten. Da sollte es deutsche 52er geben, sogar 42er, vielleicht auch noch preußische P8. Schwere Kisten mit großen Windleitblechen. Es hieß: Fotografieren von Bahnanlagen ist überall streng verboten. Verhaftungen. Heizer, die mit Kohlenbrocken nach Fotografen werfen. Nichts zu essen. Ich bin unterwegs von Königs Wusterhausen nach Dresden, muß in Cottbus umsteigen. Ein Blick ins Kursbuch: Ja, es gibt zwei Personenzugpaare pro Tag von ¯agañ nach Forst, eines morgens gegen 9 Uhr, das andere abends nach 19 Uhr. Wer da mitfährt?
Keine Ahnung – vielleicht weiß es General Jaruzelski?! Nun, es ist 7 Uhr, und es sind 15 Kilometer von Cottbus nach Forst – das ist einen Versuch wert ...
Ein Bahnübergang 500 Meter vor der Grenze, noch eine Viertelstunde. Der Versuch, auf einer leeren Straße unauffällig zu sein. Als die Schranken schließen: ein Blick nach links, einer nach rechts, jetzt vorsichtig die Kamera aus dem Rucksack (und ich habe nicht die geringste Ahnung davon, wie oft sich diese Situation in den nächsten Jahren noch wiederholen wird). Was ich dann im Sucher erblicke, die Pt47-105 aus Zagan, übertrifft alle meine Erwartungen. Ich wußte sofort: Forst ist nicht genug. Davon will ich mehr. Eine hervorragende Idee für einen Studenten und Bürger der Deutschen Demokratischen Republik: Die Grenze ist geschlossen, kein Visum. Keine Fotogenehmigung. Keine Informationen. Keine Kursbücher. Keine ordentlichen Landkarten. Kein Auto. Geld? – Sowieso nicht … Sie meinen, das ist schier unmöglich?! – Auf gehts …
 

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