Steimecke, STRECKEN UND BAHNHÖFE DER SCHMALSPURBAHNEN IM HARZ, TEIL 2
 
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Strecken und Bahnhöfe der Schmalspurbahnen im Harz, Band 2

Steimecke / Streckel

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Jürgen Steimecke
Strecken und Bahnhöfe der Schmalspurbahnen im Harz, Band 2
Strecke 3 (Stiege - Eisfelder Talmühle), 4 (Gernrode - Hasselfelde), 5 (Alexisbad - Harzgerode) 6 (Quedinburg - Gernrode)
Söhnke Streckel (Herausgeber)
2019; 272 Seiten, viele Abbildungen, Faksimile, Format 24 x 31 cm; gebunden
 
Der Harz ist das nördlichste in sich abgeschlossene Gebirge Deutschlands. Zwischen Saale und Leine, Elbe und Weser, mitten im Herzen Deutschlands gelegen, bildet er ein scharf umrissenes Gebirgsmassiv mit einer Gesamtausdehnung von 100 km Länge und 33 km Breite. Wer ihn kennt in seiner mannigfaltigen Schönheit, kehrt gern zurück. Er ist ein durch saftige Täler mit üppiger Vegetation durchzogenes Hochland, das in seiner Längsausrichtung von Westen nach Osten gelagert, in der Hauptmasse aus Tonschiefer, Grauwacke, Granit im Brockengebiet und Quarzporphyr um den Auerberg im Süden besteht. Allein der Name „Harz“ löst bei Eisenbahnfreunden bereits sehnsüchtige Gedanken aus. Denn an welchem Ort der „modernen Welt“ bietet sich heute noch die Gelegenheit zu einer Dampfzugfahrt? So ursprünglich wie weiland zu den Pioniertagen dieses Verkehrsmittels? Genau, im Harz. Genauer: Perspektivisch betrachtet bald nur noch im Harz. Denn einst als „Alpen zweiter Klasse“ geschmäht, überzeugt der Harz heute nicht nur mit seinen Eigenheiten und den feinen Linien und Farben der Natur, sondern eben auch mit seiner ursprünglichen Schmalspur-Eisenbahntechnik, die zu einem weltweiten Alleinstellungsmerkmal geworden ist.
Der Dampfbetrieb ist eine vom Aussterben bedrohte Antriebstechnologie. Ganz rational betrachtet ist sie der Dinosaurier der Industrialisierung und scheint in vielen Belangen ein wenig aus der Zeit gefallen. Aber mag die CO2-Bilanz auch noch so desaströs ausfallen, das Fahrvergnügen mit einem ruckelnden, zuckelnden und von einem dampfenden Ungetüm angetriebenen Gebirgszug ist und bleibt unübertroffen. Grandios altmodisch. Bietet schon jede normale Eisenbahnfahrt viel Sehenswertes, um wie viel mehr Reize bereichert uns dann eine Fahrt durch das Harzgebirge in einem Dampfzug? Die Eigenarten der Gebirgsbahn, ihre Einrichtungen, die Steigungen und Neigungen der Bahnstrecke, die wechselnden Bilder der Landschaft, der Blick hinauf zu den Höhenzügen oder tief hinunter ins Tal, die Wälder, Wiesen, Bäche, Teiche – immer neue Eindrücke drängen sich in abwechslungsreicher Fülle auf.
Im Band 1 wurden bereits die Strecken und Bahnhöfe der früheren NWE zwischen Nordhausen, Wernigerode und dem Brocken dargestellt. Band 2 schließt nunmehr daran an mit der Beschreibung der „Selketalbahn“, einst selbständig als Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn (GHE) bestehend, heute integriert in das Netz der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Die GHE gehörte ab 1920 zur Anhaltischen Landes-Eisenbahngemeinschaft (ALE). Dies war eine Bahn in öffentlich-rechtlicher Körperschaft mit Sitz in Dessau. Zu dieser Gemeinschaft gehörten neben der GHE auch die Dessau-Wörlitzer-Eisenbahn AG, die Kleinbahn GmbH Staßfurt-Löderburg sowie die Zschornewitzer Kleinbahn GmbH. Hieraus leiteten sich auch die früher wechselnden Bezeichnungen als GHE, Anhaltische Harzbahn oder Selketalbahn ab. Die GHE war die erste in den Harz gebaute Schmalspurbahn. Sie galt und gilt zugleich auch als die schönste Meterspurstrecke durch den Harz. Der kleinste Bogenhalbmesser beträgt 60 m. Am 7.8.1887 wurde der erste Streckenabschnitt Gernrode – Mägdesprung feierlich eröffnet. Die Hauptstrecke verläuft seitdem von Gernrode nach Hasselfelde (Strecke 4) mit den drei Zweigstrecken Alexisbad – Harzgerode (Strecke 5), Stiege – Eisfelder Talmühle (Strecke 3) und Quedlinburg – Gernrode (Strecke 6). Der ehemals normalspurige, dann schmalspurige HSB-Streckenabschnitt Quedlinburg – Gernrode ist erst ab 2006 neu hinzugekommen. Das Streckennetz erschließt bis heute die touristisch bedeutende Region entlang des Selketals. Der Blick ist wie zuvor schon im Teil 1 nicht nur auf das Schmalspurbahnnetz selbst gerichtet, sondern vermittelt auch interessante Einblicke in die ehemalige Industriekultur entlang der Selke. Im Anhang befindet sich eine Beschreibung aller auf den Strecken der GHE, NWE, DR und HSB getesteten Schienenfahrzeuge („Erlkönig-Liste“) sowie die Liste aller Triebwagen und Wagen der GHE. Ergänzend wird auch das zur Infrastruktur zählende Funknetz der HSB grafisch dargestellt und beschrieben.
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