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Biedermann, Roman
Faszination Mariazellerbahn
Landschaft - Mensch - Technik
2014; 352 Seiten, s/w Bildband mit 752 Abbildungen, Format 30,5 x 24,5 cm; gebunden
 
Die Mariazellerbahn ist eine der schönsten noch existierenden Alpenbahnen und verbindet die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten mit dem weltberühmten Wallfahrtsort Mariazell. In liebevoller und ausgezeichneter fotografischer Arbeit entführt Sie dieses Buch auf eine schwarz-weiße Zeitreise von 1986 bis 1992. Es begeistert durch seine Einzigartigkeit und zeigt sowohl die Faszination der Bahnstrecke und der Landschaft, als auch Situationen aus dem Alltagsleben der oft hart arbeitenden Menschen, die diese besondere Bahn erst zum Leben erwecken. 752 Fotos - manche aus noch nie gesehenen Perspektiven -hauchen dem Buch Leben ein und verdeutlichen die Leidenschaft des Autors für diese Schmalspurbahn. Ein Bildwerk der besonderen Art, welches in keinem Bücherschrank von Bahnliebhabern oder Nostalgikern fehlen sollte.
 
Auf dieser fotografischen Reise lernt man die gesamte Strecke von St. Pölten bis Mariazell/Gußwerk kennen und kann die landschaftliche Veränderung vom sanft hügeligen Alpenvorland bis in gebirgige Regionen um den Ötscher, den höchsten Berg Niederösterreichs, verfolgen. Die Darstellung der 1898 (teil)eröffneten Bahnlinie zeigt einen rücksichtsvoll in die Landschaft eingebetteten Verkehrsweg und ist gleichzeitig eine Reverenz an den Pioniergeist und die Ingenieursleistung der Jahrhundertwende. Vielerorts wurden ähnliche Schmalspurbahnen längst eingestellt, wie z. B. die Salzkammergut-Lokalbahn oder die Bregenzerwald-Bahn. In diesen Regionen wäre man wohl heute auch aus touristi-scher Sicht oft glücklich über den Bestand dieser Linien (so wie im Zillertal). Aber die Mariazellerbahn fährt unbeirrt weiter! So ist dieses Buch auch die nostalgische Darstellung einer lebendigen Muse-umsbahn, bei der man hundertjährigen Lokomotiven im Normalbetrieb begegnet. Zusätzliche Attrak-tivität für Eisenbahnfreunde und Touristen bringen die Dampfsonderfahrten, die nur durch den un-entgeltlichen Einsatz einiger enthusiastischer Eisenbahner möglich sind. Erfreulicherweise kann auf den später entstandenen Fotos (bis zum Jahr 2013) auch die Zukunftsper-spektive für die Bahn aufgezeigt werden und zwar in Form der neuen Triebwägen der „Himmelstreppe". Durch diese, sowie auch durch die Errichtung einer neuen großen Remise in Laubenbachmühle hat die Übernahme durch das Land Niederösterreich im Jahr 2011 der Lokalbahn auch eine wirt-schaftliche Perspektive gegeben. Ein ganz wesentlicher Teil des Buches ist nicht zuletzt der sympathischen Darstellung der Menschen, welche die Bahn am Laufen halten, gewidmet. Er zeigt die schwere Arbeit, oft unter widrigen Wetterbedingungen, und bietet interessante Einblicke in die Werkstätten, bei Störungsbehebungen und bei der Bahnerhaltung. Auf ausschweifende Erklärungen und Beschreibungen wurde verzichtet, die Bilder sprechen für sich! Alles in allem: Ein Bildband nicht nur für Eisenbahnliebhaber oder mit der Bahn Verbundene, sondern auch für diejenigen, die die Faszination guter Fotos zu schätzen wissen. Die Essenz der Fotografie ist es für mich, der Vergänglichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Nicht unbedingt, um ihr (nur) nach zu weinen, sondern um flüchtige Szenen auf liebevolle Art für die Zukunft fest zu halten. Dies geschieht hier durch die „Retro-Methode", der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie, die in ihrer Abstraktion durch das Fehlen von Farbe vieles deutlicher und schärfer zeigt und auch unter Fotoenthusiasten und -sammlern geschätzt wird. Schließlich sind die (flüchtigen?) Digital- oder Handycam-Fotos von heute morgen bereits Vergangenheit – von der Haltbarkeit und der Beständigkeit der Bilddaten ganz zu schweigen!

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