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Die Kleinbahnen Rees - Empel und Wesel - Rees - Emmerich

Heusinkveld, Evert

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Heusinkveld, Evert
Die Kleinbahnen Rees - Empel und Wesel - Rees - Emmerich
2013; 143 Seiten, 37 Farb- und 239 s/w-Abbildungen, 10 Tabellen, Format 21 x 30 cm; gebunden
 
Die Geschichte der elektrischen Kleinbahnen am rechten Niederrhein geht zurück auf eine dampfbetriebene Schmalspurbahn. Rees, die älteste Stadt am Niederrhein, drängte Ende des 19. Jahrhunderts auf eine Bahnverbindung mit der Station Empel der Hauptbahn Dinslaken – Emmerich. Mit der Firma Havestadt & Contag fand sie ein versiertes Ingenieurbüro, das sowohl den Bau als auch den Betrieb einer meterspurigen Kleinbahn übernahm. Im September 1897 konnte die 5,8 km lange „Stadt Reeser Anschlussbahn“ vorerst für den Personen-, 1898 auch für den Güterverkehr eröffnet werden. Zwei Kastendampflokomotiven, zwei Personen-, zwei Post/Pack- und acht Güterwagen sowie elf Rollbockpaare standen zur Verfügung.
 
Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) hatte 1909 etliche Straßenbahnkonzessionen für die Kreise Moers, Kempen, Geldern, Rees und Kleve erworben, um neue Stromkunden zu gewinnen. Mit dem Kreis Rees kam es überein, eine Kleinbahn von Wesel über Rees nach Emmerich anzulegen und zu betreiben sowie die Kleinbahn Rees – Empel auf Normalspur umzubauen und zu elektrifizieren. Zügig ging man ans Werk, und schon im Mai 1914 konnte der elektrische Verkehr von Rees bis an den Stadtrand von Wesel aufgenommen werden. Erst nach der Mobilmachung begann der Umbau der Empeler Strecke: Ende 1914 wurde sie zunächst mit Dampflok eröffnet, drei Monate lief der elektrische Betrieb an. Kriegsbedingt traten auf der Strecke nach Emmerich dagegen Verzögerungen ein: Ab Mai 1915 fuhren Dampfloks zwischen dem Reeser Betriebshof und dem Emmericher Übergabebahnhof, dann zog sich die Elektrifizierung sowie die Fortsetzung bis ins Stadtzentrum von Emmerich bis 1919-21 hin. Mit etwa 45 km Streckenlänge hatte das Netz nun das größte Ausmaß erreicht.
 
Die Blüte währte nur kurz. Gegen Ende des 2. Weltkriegs erlitten die Städte am Niederrhein immense Zerstörungen. Auch der Kleinbahnverkehr kam zum Erliegen. Während dies für die Strecke Rees – Emmerich das Aus bedeutete (sie wurde fortan mit Bussen bedient), verstrichen über fünf Jahre, bis die Strecken nach Empel und Wesel feierlich wiedereröffnet werden konnten. In Wesel führte die „Straßenbahn“ nun sogar stadteinwärts bis zum Bahnhof. Durchschnittlich 900.000 Fahrgäste nutzten in der Zeit des „Wirtschaftswunders“ alljährlich die neuen Fahrzeuge, während der Güterverkehr mit etwa 20.000 t pro Jahr recht bescheiden blieb. Das Ende kam rascher als erwartet, denn nach und nach trennte sich das RWE von seinen Bahnbeteiligungen. Der 30. April 1966 war der letzte Tag des Personenverkehrs der beiden Kleinbahnen. Der Güterverkehr hielt sich noch bis Jahresende 1966, dann wurde endgültig der Strom abgeschaltet.
 
Mit zahlreichen überwiegend zuvor unveröffentlichten Fotos sowie eingehenden Beschreibungen, denen umfangreiche Archivrecherchen vorausgingen, macht dieses Buch die längst vergangene niederrheinische Kleinbahnzeit wieder lebendig.

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