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Schmalspurbahn Zell - Todtnau

Kenning / Kopfmann

 
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Kenning / Kopfmann
Schmalspurbahn Zell - Todtnau
Reihe: Nebenbahndokumentation Band 74
2004; 96 Seiten, 160 Abbildungen, 3 Farb- und 158 SW-Fotos, 49 Skizzen, Format 21 x 30 cm; gebunden
Zustand B
 
Die 1889 eröffnete Zell-Todtnauer Eisenbahn – das „Todtnauerli“ – führte von der normalspurigen Wiesentalbahn ausgehend in den Südschwarzwald. Die 18,8 km lange Meterspurbahn, die stets dem Fluß Wiese folgte und sogar einen Tunnel besaß, leistete den Anwohnern, dem Tourismus, dem Bergbau, der Land-, Forst- und Holzwirtschaft sowie den Gewerbe- und Industriebetrieben um Atzenbach, Mambach, Wembach, Schönau, Utzenfeld und Todtnau überaus wertvolle Dienste. Teil einer Fernlinie Basel – Stuttgart sollte sie werden, doch die Badische Regierung lehnte einen Bau auf Staatskosten ab. Daß die Initiatoren (erstmals in Baden!) von der normalen Spurweite abweichen durften, prägte das Schicksal der Bahn entscheidend. Bis Ende der 30er Jahre versuchten die Talgemeinden immer wieder vergeblich, der Regierung die Genehmigung zur Umspurung, zum Weiterbau nach Freiburg oder Titisee oder aber eine Übernahme in staatliche Regie zu entlocken. So blieb das Todtnauerli eine „Kleinbahn“ der verpaßten Möglichkeiten.
 
Einerseits krankte es an der Schmalspur, die anfangs eine aufwendige Güterumladung erforderte. Auch der in den 20er Jahren eingeführte Rollwagenverkehr, für den zwei schwere Mallet-Lokomotiven beschafft wurden, steigerte das Frachtaufkommen nicht wesentlich, denn viele Kunden hatten ihre Transporte bereits auf die Straße verlegt. Zum anderen schloß die Bahn nach Süden an die Normalspur an, doch das obere Wiesental ist wirtschaftlich und kulturell mehr nach Norden ausgerichtet. Todtnau und Freiburg liegen nur 20 km weit auseinander, aber eine Bahnfahrt war fünfmal so lang. Höchstleistungen erbrachte die Bahn im aufblühenden Fremdenverkehr. Die Züge waren oft völlig überfüllt, wenn Ausflügler aus dem Dreiländereck auf den Feldberg und den Belchen strebten oder das schneesichere obere Wiesental die Wintersportler anzog.
 
Als die bis 1897 von der Firma Bachstein, danach von der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft betriebene Bahn im Jahr 1953 in Landesbesitz und an die Mittelbadische Eisenbahngesellschaft überging, zahlten nur noch wenige Fahrgäste den vollen Preis. Während es für den Kauf einer Diesellok für den Güterverkehr schon zu spät war, wagte die MEG mit der Indienststellung eines Triebwagens einen letzten Versuch, den Schienenpersonenverkehr dauerhaft zu retten. Der Bahnbetrieb blieb aber ein Zuschußgeschäft und kam ohne öffentliche Mittel nicht aus. Ende 1964, als die Grenze der Hilfsbereitschaft seitens der Kommunen und der Landesregierung erreicht war, beantragte die MEG-Direktion die Stillegung. Am 25. September 1966 endete der reguläre Personenverkehr auf der Schiene und am 16. Oktober 1967 fand die offizielle Abschiedsfahrt statt.
 
In der Erinnerung der älteren Anwohner ist das Todtnauerli noch fest verwurzelt, doch im Tal zeugt nur noch wenig von dem Verkehrsmittel, um das man einst jahrzehntelang gekämpft hatte. Die Gebäude sind fast alle verschwunden und die Trasse kann man nur teilweise erwandern. Immerhin existieren noch drei Lokomotiven, ein Triebwagen und vier Personenwagen bei Museumsbahnen. Ebenso wie die Bahnanlagen wurden leider die meisten Akten vernichtet, und so läßt sich die Bahngeschichte nur lückenhaft nachvollziehen. Entsprechend diffizil gestaltete sich die Recherche, die dem jetzt erschienenen Buch über die Bahn vorausgegangen ist. Es ist gleichzeitig die erste umfassende Monografie, die sich mit der Geschichte der Schmalspurbahn im oberen Wiesental befaßt. Die zahlreichen eindrucksvollen historischen Fotos machen es dem Leser leicht, sich in eine längst vergangene Epoche zu versetzen, als das Todtnauerli noch emsig durch das liebliche Wiesental dampfte.

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