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Anschluss an die weite Welt - Zur wechselvollen Geschichte der Eisenbahn in Oberhessen

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Anschluss an die weite Welt
Zur wechselvollen Geschichte der Eisenbahn in Oberhessen
2014; 396 Seiten, 450 Abbildungen, Format 21,5 x 31 cm, gebunden  
 
Kaum eine Erfindung seit der Antike hat solche umwälzenden Veränderungen in allen Bereichen des menschlichen Lebens bewirkt wie die Dampfmaschine. Ihr Einsatz war Grundlage für die Industrialisierung und die Revolutionierung des Waren- und Personenverkehrs. Mit dem Bau mobiler Dampfmaschinen auf eisernen Bahnen mit einer Kette von angehängten Wagen wurde es möglich, Rohstoffe und Waren in großem Umfang auch über weite Strecken schnell zu transportieren sowie ihre Fahrzeit, unabhängig von Witterung und Jahreszeit, genau zu berechnen.
Mit der Aufnahme des planmäßigen Personenverkehrs wandelte sich auch die Arbeitswelt. Die Eisenbahn ermöglichte es, die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsort zu überbrücken. Ein dauerhafter oder saisonaler Umzug in die Nähe der Arbeitsstelle war für viele Menschen nicht mehr erforderlich. Auch die Suche und Annahme von Arbeit an weiter entfernten Orten erweiterte und verbesserte die Arbeitsmöglichkeiten.
Auch die Anfänge der Eisenbahn und die Entwicklung ihres Streckennetzes in der Region Oberhessen, der welligen Beckenlandschaft der Wetterau und der hügeligen Mittelgebirgsregion des Vogelsbergs, eingebettet zwischen der Universitätsstadt Gießen im Norden und dem Rhein-Main-Gebiet mit der Metropole Frankfurt im Süden, wurden getragen von den Hoffnungen auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung der ganzen Region. Einer Region, die bis dahin geprägt war von Land- und Forstwirtschaft, Handwerksbetrieben und den Anfängen der Industrialisierung.
Ebenso sollte der Personenverkehr durch die Eisenbahn einen Aufschwung erleben: einen Anschluss Oberhessens an die weite Welt. Doch neben den begeisterten Befürwortern, die sich für den Bau des neuen Verkehrsmittels Eisenbahn einsetzten, begegneten ihr gerade in den Anfangsjahren Teile der Politik und der Bevölkerung mit Skepsis, Ablehnung und Furcht.
Diese wechselvolle und spannende Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen, von den ersten Gleislegungen Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum heute immer noch bedeutsamen Verkehrsträger, mit vielen Höhen aber auch Tiefen beschreibt das nun erschienene
Kompendium.
Die Autoren vermitteln in ihren reichhaltig bebilderten Beiträgen einerseits einen möglichst umfassenden Überblick von der Einführung des neuen Verkehrsmittels über die verschiedenen Epochen der Weiterentwicklung bis zur aktuellen Situation, andererseits beleuchten sie schlaglichtartig ausgewählte Themenfelder, die für die Eisenbahn in dieser Region bemerkenswert, typisch oder gar einzigartig sind. Garniert werden die historischen
Darstellungen mit einem bunten Allerlei aus Ereignissen und episodenhaften Erlebnissen, die Alltägliches und Kurioses berichten.
 
 
Meldung der OVAG vom 16.04.2014
Die OVAG präsentiert ein Buch zur Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen
 
Ein Foto – in heutiger Zeit nicht mehr denkbar, die unbeschriebenen Regeln der „political correctness“ sprengend: Ein Lokführer hält direkt vor einer Gaststätte in Ortenberg-Eckartsborn, an der die Gleise vorbei führen. Er reicht sein Glas aus dem Fenster, Wirt Emil Haas schenkt Apfelwein aus einem Bembel nach.
So lange, wie die Beschreibung vielleicht glauben machen mag, ist diese Szene gar nicht mal her. Gerade mal 32 Jahre und doch steht sie für ein anderes Zeitalter. Seitdem ist in der Welt viel geschehen, auch auf der Schiene ist ein anderes Zeitalter angesprochen.
Zu sehen ist das Foto in einem neuen, großformatigen Buch, das die OVAG jetzt herausgegeben hat: „Anschluss an die Welt – Zur wechselvollen Entwicklung der Eisenbahn in Oberhessen“. Einen „gelungenen Wurf“ bezeichnete bei der Präsentation in der OVAG-Hauptverwaltung in Friedberg Vorstand Rolf Gnadl das Werk, „ein Buch, das sowohl den Anforderungen der Fachleute wie jener gerecht wird, die an Zeitgeschichte interessiert sind und dies in einer ansprechenden, gut lesbaren Form“, konkretisierte Dr. Bernd Vielsmeier, der nicht nur Beiträge für das Buch geschrieben hat sondern überdies das Lektorat inne hatte. Rolf Gnadl, der sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Eisenbahn beschäftigt: „Eine solche Darstellung, wie wir sie jetzt vorgelegt haben, gab es bislang noch nicht.“
Tatsächlich gelingt dem 400 Seiten umfassende Band der Spagat unterschiedliche Bedürfnisse zu erfüllen. Fachleute wie Dr. Ulrich Eisenbach, Leiter des Hessischen Wirtschaftsarchivs, Dr. Klaus-Dieter Rack vom Staatsarchiv Darmstadt, aber auch Bernd Vielsmeier rollen Themen auf wie Entstehung und Ausbau des oberhessischen Eisenbahnnetzes („Ist die Eisenbahn in ihrem Lauf, hält sie kein Bär und kein Ochs mehr auf“, so eine politische Karikatur von 1844), die Finanzierung und Rentabilität der oberhessischen Nebenbahnen und knüpfen damit an die regionale Wirtschaft und beschäftigen sich mit dem Bau von Nebenbahnen bis zum Ersten Weltkrieg.
Ein Team profunder Autoren reichert das Buch mit zahlreichen Aspekten an, die weit über das eigentliche Fachgebiet hinausreichen. So ersteht noch einmal auf die Aktien-Zuckerfabrik in Friedberg, gibt es einen Streifzug durch das „oberhessische Eisenbahndorf Stockheim“, begleitet der Leser die einstigen Bäderzüge, reist mit dem kaiserlichen Hofzug Kaiser Wilhelms in Schlitz, mischt sich unter den Schülerverkehr, bestaunt „Promis“ auf hiesigen Gleisen, hält den Atem an bei herausragenden Unfällen auf den Schienen, erfährt, für welche Wirtschaftszweige die Bahn einst unentbehrlich war: Weizenbier, Bananen, Holz und Basalt. Bernd Vielsmeier: „Ja, einst wurde gar Selterswasser aus der Wetterau mit der Bahn transportiert, das dann bis Indien gefahren wurde.“ Nicht zu kurz kommt die Beschreibung von Zug-Typen, Bahnhöfen, Viadukten, Stellwerken, Tunneln und Streckenabschnitten. Stefan Klöppel, Leiter des ZOV-Verkehr, wirft überdies einen Blick in die Zukunft der Eisenbahn in Oberhessen.
Dank der Gestaltung von Layouterin Eva Steinhorst-Otto ist der Band zugleich eine optische Augenweide geworden. Alte und neue Fotos, Zeitungsberichte und Annoncen, Fahrpläne und Fahrkarten, offizielle Bekanntmachungen und Zeichnungen hat sie geschickt den Texten beigefügt. Teilweise erinnert das an ein gut sortiertes Museum, in dem es selbst in den hintersten Winkeln noch Pretiosen und Kuriosa der Zeitgeschichte zu entdecken gibt. Beispielsweise, dass einst, wie im Friedberger Bahnhof, ein Wartesaal I. und II. Klasse zur Verfügung stand wie ein Büffet für die III. Klasse. Oder, dass in Bad Salzhausen das „Haus Charlotte“ zwar „gepflegte Weine“ offerierte, dafür aber versprach: „Kein Trinkzwang.“ Womit wir einmal unterstellen wollen, dass in dem erwähnten Bembel des Wirtes Haas für den Lokomotivführer einst nur eine Apfelschorle perlte …
 

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